ZONE Magazin-Mix, Charts und Interview

 

 

 

Mitten in meiner Urlaubszeit ist die neue Ausgabe vom ZONE-Magazin veröffentlicht worden. 

Mit dieser Sommer-Ausgabe ist neben einem Interview im Magazin auch ein exklusiver DJ-Mix von mir erschienen.

Das ZONE-Magazin bat mich um einen ca. einstündigen exklusiven Mix mit Tracks aus den 90ern, 00ern und 20Xern zu erstellen.
Nicht einfach 25 Jahre in die kurze Zeit für den MIx zu quetschen, aber irgendwie hat es geklappt.

 



 

 


Außerdem sind meine ich meine Top 10-Charts für Juli/August in dieser Ausgabe aufgeführt.


Da das Interview in englischer Sprache geführt wurde hier die Übersetzung ins deutsche.

1 / Wer ist Felix und wie bist du in die Dancemusik involviert?
 
Wer bin ich ….. das frage ich mich manchmal. Manche würden mich wahrscheinlich einen unverbesserlichen, naiven Traumtänzer nennen, der auch dann immer noch an das Gute in den Menschen glaubt wenn es keinen Grund dafür gibt. Und vielleicht haben sie recht. Aber die Vorstellung daran verdirbt nur meine Laune und deshalb bleibe ich lieber Optimist.
Ich kam Mitte der 80er Jahre zur Dancemusik. Acid-House war der neue Trend zu dieser Zeit und als ich irgendwie auf einer solchen Party landete, tanzte ich non-stop die ganze Nacht. Ich erlebte ein beispielloses Gefühl der Freiheit und es war um mich geschehen.
 
 
2 / Beschreibe deinen Stil.
 
Das ist nicht einfach, da ich mich nie wirklich auf ein bestimmtes Genre oder einen Stil festlegen konnte. Elektronische Musik ist so vielfältig und hat sich in den letzten 30 Jahren in so viele interessante Richtungen entwickelt, dass es mir immer schwer fiel mich auf nur einen Stil zu beschränken. Ich habe meine Musik immer „elektronische Musik zum sich gehen lassen“  genannt.  Daher gefällt mit die aktuelle Entwicklung in der elektronischen Musik sehr, in der Elemente verschiedener Genres zusammenkommen.
 

 

3 / Erzähle uns von Deinen bisherigen Produktionen und den kommenden Releases?

 
Das mit dem produzieren ist so eine seltsame Sache bei mir. Ich bin in erster Linie ein DJ aus Leidenschaft. Wenn ich eine Idee für einen neuen Sound oder ein Thema eines Tracks habe, dann bastle daran bis die Idee umgesetzt ist, aber verliere dann normalerweise die Motivation einen kompletten Track fertigzustellen. Daher kann man die Tracks die ich fertiggestellt und veröffentlicht habe an einer Hand abzählten. Aber ich arbeite tatsächlich gerade an einigen Tracks und ich werde dieses Jahr wohl auch noch einige veröffentlichen.
 
 
4 / Du bist auf einer einsamen Insel gestrandet, hast deine Kopfhörer, einen Plattenspieler und 5 Melodien, was sind sie und warum?
Nur ein Technics Turntable und 5 Tunes?! Oh, das ist hart. Wenn es zwei Plattenspieler wären, würde ich mich für 5 DJ-Tool-Vinyls mit Rhythmus-Loops, Harmonien, Melodien, Basslines und Soundeffekten entscheiden, um abwechslungsreichen Sound mischen zu können. Aber mit nur einem Plattenspieler …. einige meiner Alltime-Favoriten:
The Age Of Love (Watch Out für Stella Club Mix) von Jam & Spoon
Rendevous von Tilt
Next Is The E von Moby
1998 (PvD Remix) von Binary Finary
Cafe del mar von Energy 52
 
 
5 / Du warst in den frühen 90ern unter anderem Resident-DJ im berüchtigten Walfisch Club in Berlin. Erzähl uns von diesen Zeiten und wie sie sich in Berlin verändert haben.
 
Ich war kein Resident-DJ im WALFISCH-Club, sondern beim Party-Projekt „Roove Station“ im WALFISCH-Club. Trotzdem habe ich eine besondere Beziehung zum WALFISCH-Club, weil ich dort 1991 zum ersten Mal vor Publikum gespielt habe.

Und seitdem hat sich viel verändert. Aber das ist klar. Zu dieser Zeit, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, war der ganze östliche Teil der Stadt ein großer Abenteuerspielplatz für alle, die etwas ausleben und ausprobieren wollten. Mit dieser neuen elektronischen Musik namens Techno war das schon eine besondere und einzigartige Kombination. Da niemand genau wusste wer für was verantwortlich war und wem welches Haus gehört, konnte niemand einem verbieten ein Musiksystem in ein leeres Gebäude zu stellen und dort zu feiern.  So gab es z.B. Clubs wie der PLANET, wo man am Samstag tagsüber noch nicht wusste, ob dort nachts eine Party stattfindet. Das würde dann nur kurzfristig über Mundpropaganda oder die Raveline bekannt gegeben, eine Telefonnummer mit Anrufbeantworter auf der neuesten Party-Informationen und Orte gesprochen wurden. Irgendwie war es schon ein wenig aufregend und gab dem Zeitgeist einen ganz eigenen Kick.

Ein Vergleich mit der heutigen Clubszene ist daher nicht wirklich einfach. Zu dieser Zeit war es zu einzigartig und besonders. Nicht wirklich mit heute vergleichbar.
 
6 / Bester Club, den du gespielt hast und warum?
 
In Berlin ist es definitiv der KitKatClub, in dem ich momentan Resident DJ bin. Mit dem einzigartigem Konzept der Offenheit und Freiheit sich ungehemmt ausleben zu können, sind die Menschen viel entspannter und aufgeschlossener als in jedem anderen Club den ich kenne.  Dort ist der Geist der frühen Tage noch am stärksten spürbar.
 
 
7 / Du bist auch ein Promoter/Veranstalter. Welches war Dein schlechtester Event, welcher der beste Event, und warum?
 
Das schlimmste Event war ein Event  das nie stattgefunden hat. Es war eine Veranstaltung im Jahr 2001 am Wochenende der Loveparade geplant und eigentlich war alles gut organisiert und geplant. Aber am Wochenende vor der Loveparade gab es einen Vorfall in der Venue und die Polizei einen Tag bevor die Loveparade war weitere Veranstaltungen in der Location verboten.
Und das beste Event ….. definitiv der WALFISCH Revival Rave im Sommer 2016. Fast alles war perfekt und jeder hatte e

ine tolle Party.

 
 
8 / Irgendwelche Tipps für angehende Promoter/Veranstalter, DJ’s und Produzenten?
 
Macht es nicht um viel Geld zu verdienen, sondern nur weil ihr es wirklich machen möchtet.
 
 
9 / Was macht Felix, wenn er chillt oder einen Tag von Pause von der Musik macht?
 
Ich denke, das was die meisten Leute in ihrer Freizeit machen. Ich treffe Leute, die ich mag. Ich habe keine besonderen oder außergewöhnlichen Hobbies oder Leidenschaften neben der Musik.
 
 

10 / Vinyl, CDs oder Digital und warum?

 

Wenn es um Musik bis Mitte der 00er Jahre geht, ist es absolut Vinyl. Ich habe mich nie mit CDs angefreundet. 

Digital spiele ich Musik aus verschiedenen Gründen.  Auf der einen Seite werden viele Tracks heute nicht mehr auf Vinyl veröffentlicht, auf der anderen Seite werden jede Woche so viele gute Produktionen veröffentlicht, dass es aufgrund des Platzbedarfs kaum möglich wäre alles auf Vinyl zu kaufen.
Aber der entscheidende Grund, warum ich überhaupt in die digitale Welt gekommen bin, sind die neuen Möglichkeiten, Tracks beim Spielen neu zu interpretieren. Mit Remix-Decks und verschiedenen Effekten hat sich eine ganz neue Welt des DJings entwickelt und es ist interessant zu sehen und zu erleben, wie sich das entwickelt.
 
 
11 / Erzähle uns Deine besten Erinnerungen aus den Anfängen von Walfisch und Tresor etc.
 
Es gäbe viele Dinge die ich erzählen könnte, aber ich weiß nicht 100%ig wenn einige von ihnen passiert sind oder ob sie aus Erinnerungsfragmenten bestehen. Wenn man sich noch genau an alles erinnern konnte, dann hat man es wohl nicht wirklich miterlebt, denke ich.
 
 
12 / Wenn du eine Zeitmaschine hättest, zu welcher Zeit würdest du zurückkehren und warum?
 
In die frühen 90er Jahre natürlich, weil dies , wie ich schon sagte, eine besondere Zeit war. Die Kombination der historischen Ereignisse hier in Berlin und dieser neuen Art von Musik als Soundtrack. So etwas wird in der Art nie wieder passieren können.
 
 
13 / Festivals, große Clubs, kleine Clubs oder private Hauspartys? und warum?
 
Obwohl Festivals auch eine besondere Anziehungskraft haben und es ein großartiges Gefühl ist vor so vielen Menschen zu spielen, spiele ich am liebsten in großen und kleinen Clubs. Der direkte Kontakt mit dem Publikum ist mir schon wichtig,  die Gesichter zu sehen und hautnah miterleben zu können wie die Menschen fühlen und feiern.
 
 
14 / Dein größter Einfluss und warum?
 
Das Leben …. weil es immer neue Eindrücke und Inspirationen bietet.
 
 
15 / In den frühen 90ern gab es in Berlin einen Zustrom von britischen Expats und Squaddies, die in die Clubs kamen und raveten.  Wie hast Du es empfunden? Was dachten andere Einheimische darüber? Kannst Du Dein Erinnerungen an irgendwelche von ihnen mit uns teilen?
 
Das ist mir nicht wirklich aufgefallen. Zu der Zeit war es egal, woher du stammst oder was du sonst tust. In den Clubs war jeder gleich. Außerdem wurde ich in West-Berlin geboren und wuchs so in dem Teil der Stadt auf, in dem die alliierten Streitkräfte zum Alltag gehörten.
 
16 / Top 5 Tracks aus dem Walfisch und Berlin aus den 90ern? und warum?
 

The Age Of Love  (Watch Out für Stella Club Mix) von Jam & Spoon
Solid Sessions von  Format # 1
La Musica Tremenda von Ramirez
Next Is The E von Moby
Cyberspace von Drugfree America

Und das „Warum“ für all diese Tracks ist: 

Weil sie zeitlos und unvergesslich sind!

 
 
17 / Ist Berlin immer noch der Medien-, Kunst- und Musikknotenpunkt der Welt?
 
Berlin ist sicherlich noch immer ein kreativer Hotspot, in dem Trends geboren und gelebt werden können. Aber ich würde Berlin nicht als Medien-, Kunst- und Musikzentrum der Welt bezeichnen. In Zeiten globaler Vernetzung spielen Standorte eine untergeordnete Rolle, da man über Kontinente hinweg kreativ miteinander arbeiten und kommunizieren kann als wäre man in einem Raum
 
 
18 / Berlin, London, New York oder Paris und warum?
 
Berlin … weil es mein Zuhause ist.
 
 
19 / Irgendwelche letzten Worte?
 
In den unruhigen Zeiten in denen wir leben habe ich nur eines zu sagen. Wir brauchen mehr Liebe und Frieden in dieser Welt.  Und ich denke Musik ist ein Weg dahin.

 

 

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